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Fleisch - unbelastet wie nie

Umweltkontaminanten deutlich zurückgegangen

„Die Belastung des Lebensmittels Fleisch mit Umweltschadstoffen ist in Deutschland klar rückläufig." Das hat die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel in Kulmbach in einer Studie festgestellt, in der die aktuelle Situation aufgezeigt wird. Aus diesen Untersuchungen geht hervor, dass die Gehalte an Schwermetallrückständen und Chlorkohlenwasserstoffen in Fleisch und Fleischprodukten während der vergangenen 25 Jahre deutlich zurückgegangen sind. Das Lebensmittel Fleisch sei heute so gering mit mweltkontaminanten belastet wie nie zuvor, erklärte Michael Welling vom Senat der Bundesforschungsanstalten im Geschäftsbereich des Bundesverbraucherministeriums (BM-VEL) in einer Pressemitteilung.

Dieses erfreuliche Ergebnis sei vor allem darauf zurückzuführen, dass der Gesetzgeber auf die von der Wissenschaft erkannten Probleme reagiert habe und die erlassenen Gesetze und Verordnungen gegriffen hätten. Da Foto: Archiv aber jederzeit neue unerwünschte Stoffe in die Umwelt und damit in die Nahrungskette gelangen könnten, müssten die Anstrengungen von Wissenschaft und Politik weitergehen, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.

Der Studie zufolge sind die Bleigehalte in Fleisch wie auch in anderen Lebensmitteln während der letzten 20 Jahre infolge gesetzlicher Regelungen wie das Verbot von verbleitem Kraftstoff stark zurückgegangen. In Schweineleber sind beispielsweise nur noch rund 0,04 mg/kg zu finden, in Muskelfleisch 0,01 mg/kg, womit die gültigen EU-Höchstwerte weit unterschritten werden. Auch die Cadmi-um- und Quecksilberkonzentrationen im Fleisch haben deutlich abgenommen - eine positive Folge des rückläufigen Eintrags dieser Schwermetalle in die Umwelt. Das Quecksilber beispielsweise stammte fast ausschließlich aus dem Einsatz von Saatbeizmitteln, die in Deutschland in den 80er Jahren verboten wurden.

Wie die Wissenschaftler außerdem feststellten, zeigten die Gehalte der für das Lebensmittel Fleisch wichtigsten Indikatoren auf Polychlorierte Biphenyle (PCB) nach 1984 eine klar zu erkennende Abnahme; bereits vor zehn Jahren lagen sie um mehr als eine Zehnerpotenz unter den zulässigen Höchstwerten.

Hinsichtlich Dioxin ergab eine repräsentative Untersuchung der Bundesforschungsanstalten aus den Jahren 1996 bis 1998, dass ein Bundesbürger durch den Konsum von Lebensmitteln nur etwa die Hälfte des in Deutschland angestrebten Zielwerts aufnimmt, wovon rund 13 Prozent auf Fleisch und Fleischprodukte entfallen. Schließlich sind als Folge des Reaktor Unfalls in Tschernobyl 1986 laut Studie der Bundesfor-schungsanstalt noch heute in einigen deutschen Waldgebieten, vor allem in bestimmten Regionen Bayerns, erhöhte Mengen des Cäsium-Isotops 137 nachweisbar. Demzufolge kann Rehwild und vor allem Schwarzwild in den betroffenen Gebieten jahreszeitlich schwankend eine erhöhte Radiocäsiumkontamination aufweisen. Das Radiocäsium verbleibt nach Angaben der Wissenschaftler im Waldökosystem und verringert sich praktisch nur mit der physikalischen Halbwertszeit von 30 Jahren. Damitausden kritischen Gebieten keine Tiere mit zu hoher Belastung in den Handel gelangen, müssen die Tiere dort noch viele Jahre lang kontrolliert werden.

„Der Studie zufolge sind die Bleigehalte in Fleisch wie auch in anderen Lebensmitteln während der letzten 20 Jahre infolge gesetzlicher Regelungen wie das Verbot von verbleitem Kraftstoff stark zurückgegangen."

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