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Aromatisches Gewürz – wirksame Droge

Koriander spielt nicht nur in der

Als Gewürz wird Koriander vor allem für die Weihnachtsbäckerei genannt, wenn der Lebkuchen-Teig vorbereitet wird und auch Honig, Kardamom, Zimt, Muskat, Zitronat, Succade, Rosinen auf dem Rezept stehen. Doch Koriander würzt auch Brot, Apfelkuchen und Liköre ganz ausgezeichnet, gibt Kohl- und Kartoffelgerichten einen interessanten Geschmack. Salami und Brühwurst werden oft mit Koriander gewürzt, ebenso Fisch- und Fleischgerichte, für die man auch Knoblauch schätzt. Zur Herstellung von Curry ist Koriander unerlässlich. In der indischen Küche spielt dieses Gewürz eine ganz große Rolle. Das reine ätherische Öl der Pflanze ist ein wertvoller Parfümbestandteil.

Die Heimat des Korianders ist das östliche Mittelmeergebiet, seine Spuren lassen sich bis 1000 Jahre vor Christus verfolgen. Inzwischen aber wächst diese Pflanze in ganz Europa, sie wird auch in Thüringen und Franken flächenmäßig angebaut. Im Samenhandel kann man das Saatgut erwerben und auch im eigenen Garten im Frühling in lockere Erde geben. Das Kraut ähnelt der schlichten Petersilie, wird ca. 60 cm hoch und blüht im Juni. Der verzweigte Blütenstand endet in mehreren Doppeldolden. Die vielen weißen oder rosa Einzelblüten haben wie die ganze Pflanze - einen eigentümlichen Duft.

Der römische Schriftsteller Plinius Secundus (ca. 23/24 bis 79 v.Chr) verglich in seiner Enzyklopädie der Naturgeschichte den Geruch des Korianders mit dem von "koros" (Wanzen). Darum trägt die Pflanze seither diesen Namen (= wissenschaftlich Coriandrum sativum), und der deutsche Volksmund nennt sie "Stinkdill", "Wanzenkraut" oder "Wanzendill".

Der unangenehme Geruch verliert sich, sobald die kugeligen Früchte reifen. Urplötzlich entspringen die reifen Samen mit einem Durchmesser von ca. 3 cm ihren Kapseln. Dann verströmen sie einen höchst angenehmen Orangenduft.

Gewürz und Droge sind das Koriander-Öl und die getrockneten reifen Früchte. "Koriander mit weißem Brot oder Gerstenmehl ist gut bei Antoniusfeuer", hieß es im Mittelalter. So nannte man die Vergiftung durch Mutterkorn. Koriander sollte außerdem gegen Milzbrand und Schweinerotlaufwirken.

In China soll noch der Glaube verbreitet sein, dass der Genuss von Koriander unsterblich macht. Die asiatische Medizin wendet die Droge an bei Masern, Rachenkrankheiten und Verdauungsstörungen. Auch europäische Wissenschaftler konnten beweisen, das die Wirkstoffe Conandrol, Borneol, Campfer, Geraniol, Limonen, alpha-Pinen und die den "wanzenartigen Geruch" bedingenden Fettsäuren Appetitlosigkeit beheben können. Auch die antibakterielle Wirkung ist bewiesen.

Koriander ist als tassenfertiger Tee und auch als Tinktur im Handel. Die zermörserte Droge ist zum Einnehmen und auch zur Verwendung in der Küche begehrt.

entnommen aus: DER METZGERMEISTER 45/2009

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