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Vanille

Die unscheinbare Königin

Als Cacixanatl (aztekisch für "tiefgründige Blume") war die Vanille in Mexiko lange vor Ankunft der Europäer im 16. Jahrhundert bekannt und geschätzt. Spanische Entdecker verteidigten rund 300 Jahre ihr Monopol auf dieses edle Gewürz, und der Genuss war lange Zeit nur Wohlhabenden vorbehalten.

Herkunft

Die ursprüngliche Heimat der Vanille ist Mexiko, w spanische Eroberer das Gewürz mit dem einzigartigen Geschmack entdeckten. Erst um etwa 1800 gelang es, Vanillepflanzen aus der spanischen Kolonie auszuführen und auf der französischen Insel Bourbon (heute La Réunion) anzubauen. Dort, sowie in Madagaskar, Mauritius, Mexiko und Tahiti befinden sich die heutigen Hauptanbaugebiete.

Qualität und Geschmack

Die Gewinnung der Vanille ist aufwändig und handverlesen, Geschmack und Aroma sind einzigartig. Die Orchideenart gedeiht nur unter besonderen Bedingungen und trägt erst nach vier Jahren die kostbaren Schoten (botanisch korrekt sind es „Kapselfrüchte"). Die etwa 30 cm langen Früchte werden kurz vor der Reife geerntet. Durch Trocknung und Fermentierung schrumpfen sie zu den schwarz-braunen Stangen und gleichzeitig bildet sich das typische Vanille-Aroma. Die Geschmacksnoten des edlen Gewürzes reichen von intensiv-süß bis blumig. Afrikanische Bourbon-Vanille ist intensiv und harmonisch, mexikanische Vanille dezent-süßlich und Tahiti-Vanille betört mit stark blütenartigem Duft.

Gesundheit

Der Vanille wird Heilkraft bei Nervenleiden, Müdigkeit und Abgeschlagenheit zugeschrieben. Zudem wird der edlen Schote nachgesagt, dass allein ihr Duft Heißhunger auf Schokolade und andere Süßigkeiten stoppen kann.

Verwendung

Auf den ersten Blick scheint ihr Haupteinsatzgebiet die süße Küche zu sein. Doch auch pikante Speisen wertet Vanille mit ihrer speziellen Note auf. Besonders in Leberwürsten weiß sie den leicht bitteren Geschmack der Leber gekonnt zu kaschieren.

Was ist Vanillin?

Vanillin ist einer der wesentlichsten geschmacksgebenden Aromastoffe der Vanilleschoten. Heute kann er auch synthetisch und somit kostengünstiger hergestellt werden. Da Naturvanille daneben zahlreiche weitere Aromastoffe enthält, ist künstliches Vanillin niemals vollwertiger Ersatz.

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